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Steuerberatung

Bitcoins als alternative Anlage und deren steuerliche Behandlung

Anders als in 2018 war es in 2019 und 2020 um die Kryptowährung Bitcoin relativ ruhig geworden. Doch nun scheint der Hype wieder an Fahrt aufzunehmen. Wird eine solche alternative Anlage in Betracht gezogen, sollte deren steuerliche Behandlung berücksichtigt werden.

Unve­r­än­dert war­ten Anle­ger auf eine abge­stimmte Äuße­rung der Finanz­ver­wal­tung zur steu­er­li­chen Behand­lung von Ein­künf­ten aus Kryp­to­wäh­rungs­ak­ti­vi­tä­ten; dies gilt u. a. auch für spe­zi­elle Hand­lungs­wei­sen wie Sta­king, aktive und pas­sive Air­drops etc. Ange­sichts zuneh­men­der Mög­lich­kei­ten für (tech­nik-affine) Anle­ger, in Kryp­to­wäh­run­gen und vor allem in Bit­co­ins (direkt oder indi­rekt) zu inves­tie­ren, wach­sen damit die offe­nen steu­er­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen.

Neben dem „klas­si­schen“ Han­del mit Bit­co­ins (Umtausch einer natio­na­len Wäh­rung in die Kryp­to­wäh­rung et vice versa und der Ver­wen­dung als Zah­lungs­mit­tel) gewin­nen die alter­na­ti­ven Invest­ment­for­men z. B. über ETFs (Exchan­ged Tra­ded Funds), ETCs (Exchan­ged Tra­ded Com­mo­di­ties) und zuletzt über ETNs (Exchange Tra­ded Notes) an zuneh­men­der Beliebt­heit. Auch wenn noch keine Ver­laut­ba­run­gen sei­tens der Finanz­be­hör­den vor­lie­gen, wie dar­aus erzielte Ein­künfte besteu­ert wer­den, soll­ten Anle­ger ihre Ein­künfte doku­men­tie­ren und gegen­über dem Finanz­amt offen­le­gen, da die Pra­xis zeigt, dass dies für die spä­tere Aus­ein­an­der­set­zung von essen­zi­el­ler Bedeu­tung ist.

Dabei ist der­zeit davon aus­zu­ge­hen, dass Ein­künfte, die über ETFs oder ETCs (wel­che die Kurs­ent­wick­lung von einer oder meh­re­ren Kryp­to­wäh­rung(en) abbil­den) erzielt wer­den, i. d. R. der Besteue­rung als Kapi­ta­l­ein­künfte (i.S.d. § 20 EStG) unter­lie­gen. Dem­ge­gen­über ist bis­lang völ­lig offen und steu­er­lich wenig dis­ku­tiert wor­den, ob dies auch für Ein­künfte gilt, die über einen ETN erzielt wer­den, bei dem Bit­co­ins „phy­sisch hin­ter­legt“ wer­den.

Hin­weis: In Anse­hung des Urteils des BFH vom 16.6.2020 (Az. VIII R 7/17) zu Gold-ETCs wäre – ana­log – in Erwä­gung zu zie­hen, erzielte Gewinne (nach Ablauf der ein­jäh­ri­gen Spe­ku­la­ti­ons­frist) als steu­er­f­rei ein­zu­stu­fen. Aus Rechts­si­cher­heits­grün­den sollte eine sol­che Ver­fah­rens­weise jedoch doku­men­tiert und gegen­über dem Finanz­amt nach­voll­zieh­bar offen­ge­legt wer­den. Letzt­lich bleibt abzu­war­ten, ob und wann eine Posi­tio­nie­rung sei­tens der Finanz­ver­wal­tungs­seite erfolgt.

Autor: Dr. Mar­kus Ertel

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