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Das wollen die Taxomat-Nutzer in Sachen Steuerpolitik

Nicht zu­letzt die Corona-Krise hat enorme Löcher in den Staats­haus­halt ge­ris­sen - wie sol­len diese wie­der ge­stopft wer­den? Das ist ei­nes der Haupt­the­men im Wahl­kampf zu der am 26.09.2021 statt­fin­den­den Bun­des­tags­wahl. Auf die Selbst­hei­lungs­kraft der Wirt­schaft setzt das kon­ser­va­tive und li­be­rale La­ger - Steu­er­erhöhun­gen for­dern die Par­teien eher links der Mitte. Wir sind dem Wähl­er­wil­len auf den Grund ge­gan­gen und ha­ben mit dem Eb­ner Stolz Ta­xo­mat vier­zehn steu­er­po­li­ti­sche The­men zur Dis­kus­sion ge­stellt - mit teil­weise über­ra­schen­den Wahl­er­geb­nis­sen bei den knapp 15.000 Nut­zern.

Knapp 15.000 Nut­zer ha­ben vor der Bun­des­tags­wahl mit dem Eb­ner Stolz Ta­xo­mat zu den wich­tigs­ten Steu­er­the­men ab­ge­stimmt: Der Eb­ner Stolz Ta­xo­mat funk­tio­niert im Grunde wie der Wahl-o-mat, be­schränkt sich aber auf den steu­er­li­chen Be­reich. Die Steu­er­ex­per­ten von Eb­ner Stolz ha­ben die Aus­sa­gen und For­de­run­gen der sechs Par­teien, die Po­ten­zial ha­ben, in den Bun­des­tag ein­zu­zie­hen, ana­ly­siert. Mit dem Ta­xo­mat können die Wähler ihre steu­er­li­chen Präfe­ren­zen in vier­zehn Fra­gen ganz ein­fach ana­ly­sie­ren. Die Mei­nun­gen der Ta­xo­mat-Nut­zer sind Stand 15.09.2021 zum Großteil er­freu­lich ein­deu­tig.

Dr. Sven Christian Gläser, Steuerberater, Rechtsanwalt, Ebner Stolz, Kronenstraße 30, 70174 Stuttgart

Eindeutiges Votum: Keine Steuererhöhung, bessere Abschreibungsbedingungen, mehr Innovationsförderung…

Die Corona-be­dingte Mehr­ver­schul­dung be­schäftigt die Ta­xo­mat-Nut­zer ganz be­son­ders. Bei der Frage, ob die Haus­haltslöcher durch Steu­er­erhöhun­gen aus­ge­gli­chen wer­den sol­len, ist die Ant­wort mehr als ein­deu­tig: 71,81 % spre­chen sich da­ge­gen und 21,63 % dafür aus. 6,56 % ent­hal­ten sich bei die­sem Thema.

Auch die Er­geb­nisse zur Erhöhung der Erb­schaft­steuer und des Spit­zen­steu­er­sat­zes bei der Ein­kom­men­steuer sind we­nig über­ra­schend: Die Mehr­heit der Nut­zer ist ge­gen eine Erhöhung der Erb­schaft­steuer (62,12 %) so­wie des Spit­zen­steu­er­sat­zes (61,83 %) zur Bewälti­gung der Kos­ten der Corona-Krise. Auch spre­chen sich 68,24 % der Ta­xo­mat-Nut­zer für eine vollständige Ab­schaf­fung des So­li­da­ritätszu­schla­ges aus.

Vor dem Hin­ter­grund ei­ner kla­ren Ab­sage an Steu­er­erhöhun­gen durch die Ta­xo­mat-Nut­zer über­rascht, dass sich 66,47 % für eine Be­gren­zung des steu­er­li­chen Be­triebs­aus­ga­ben­ab­zugs bei Ma­na­ger­gehältern aus­spre­chen.

Ein ge­ziel­ter Mo­der­ni­sie­rungs­schub so­wie eine bes­sere Förde­rung von Star­tups ist den Ta­xo­mat-Nut­zern eben­falls ein großes An­lie­gen. Mit 81,98 % spre­chen sie sich deut­lich für eine steu­er­li­che In­no­va­ti­onsförde­rung aus. 82,10 % der Be­frag­ten sind für eine Förde­rung von In­ves­ti­tio­nen durch ver­bes­serte Ab­schrei­bungs­be­din­gun­gen.

Ein­deu­tig ist das Vo­tum auch im Hin­blick auf die Fa­mi­li­enförde­rung: Die Ta­xo­mat-Nut­zer sind sich ei­nig, dass das seit 1958 weit­ge­hend un­berührt ge­blie­bene Ehe­gat­ten­split­ting dem mo­der­nen Fa­mi­li­en­bild nicht mehr ge­recht wird. 67,62 % vo­tie­ren für ein fa­mi­li­en­freund­li­che­res Mo­dell des Ehe­gat­ten­split­tings.

Bei der Wiedereinführung der Vermögensteuer herrscht Uneinigkeit

Über­ra­schend spricht sich nur fast die Hälfte der Nut­zer ge­gen eine Wie­der­einführung der Vermögen­steuer aus. Auch leh­nen nur knapp 52 % die Er­he­bung ei­ner Vermögens­ab­gabe ab, knapp die Hälfte der Ta­xo­mat-Nut­zer ist also dafür oder enthält sich bei die­sem Thema. Auch die Frage, ob die Un­ter­neh­men­steu­er­be­las­tung ge­senkt wer­den soll, zeigt ein aus­ge­gli­che­nes Bild - 46,57 % sind ge­gen eine Sen­kung, 42,82 % sind dafür, un­ent­schlos­sen wa­ren 10,61 % der Be­frag­ten.

Ge­teil­ter Mei­nung wa­ren die Nut­zer auch beim Thema Ab­gel­tung­steuer: Hier gab es bei­nahe ebenso viele Geg­ner wie Befürwor­ter bzw. Un­ent­schlos­sene.

Trendwende im Verlauf der Befragung

Beim Thema Ver­lust­nut­zung hat sich das Mei­nungs­bild der Ta­xo­mat-Nut­zer im Ver­lauf der Be­fra­gung ge­wan­delt. Nach den ers­ten 6.300 Be­frag­ten war die knappe Mehr­heit für eine Aus­deh­nung der Ver­lust­nut­zungsmöglich­kei­ten. Nach wei­te­ren 6.000 Teil­neh­mern hat sich das Stim­mungs­bild je­doch geändert. Nun lehnt mit 46,81 % die Mehr­heit der Be­frag­ten fle­xi­blere Ver­lust­nut­zungsmöglich­kei­ten ab. Der An­teil der Befürwor­ter um­fasst noch 33,98 % und 19,21 % ha­ben zu die­sem Thema keine ein­deu­tige Mei­nung. Dies über­rascht, da in der der­zei­ti­gen Wirt­schafts­lage Un­ter­neh­men viel­fach den Wunsch nach ei­ner bes­se­ren Ver­re­chen­bar­keit von Ver­lus­ten mit den er­wirt­schaf­te­ten Ge­win­nen äußern und auch der Mut zum Schei­tern mit ei­ner Ge­schäfts­idee nicht be­straft wer­den sollte.

Blick auf die Parteien: wer punktet am meisten?

Mit dem Ta­xo­mat konn­ten die Nut­zer er­mit­teln, wel­che Par­tei steu­er­po­li­ti­sch am meis­ten mit den ei­ge­nen An­sich­ten übe­rein­stimmt. Ginge es nur um Steu­er­po­li­tik, wäre die Union mit 36,26 % der Wahl­sie­ger, an zwei­ter Stelle stünden die Grünen mit 21,13 %, dicht ge­folgt mit 17,96 % von der FDP. Über­ra­schend: die Lin­ken erfüllen mit 12,06 % eher die Er­war­tun­gen der Ta­xo­mat-Nut­zer als die SPD (9,15 %). Die AfD bil­det mit 3,44 % - of­fen­bar we­gen ih­res mit­un­ter dünnen und dif­fu­sen Steu­er­kon­zepts - das Schluss­licht.

Steuerpolitische Wünsche seitens der Beraterschaft

Zwei­fels­ohne muss die Staats­ver­schul­dung zurück­geführt wer­den. Die­ses Pro­blem darf kei­nes­falls auf nach­fol­gende Ge­ne­ra­tio­nen ver­la­gert wer­den. Al­ler­dings soll­ten Maßnah­men ver­mie­den wer­den, die sich kon­tra­pro­duk­tiv auf das Wirt­schafts­wachs­tum aus­wir­ken könn­ten. Deutsch­land ist schon jetzt ein Hoch­steu­er­land. Hinzu kom­men im­mens hohe So­zi­al­ab­ga­ben und En­er­gie­steu­ern. Jeg­li­cher Im­puls zur An­kur­be­lung der Wirt­schaft und zur In­no­va­ti­onsförde­rung ist zu begrüßen: Dazu gehören sta­bile Steu­ersätze, ver­bes­serte Ab­schrei­bungs­be­din­gun­gen und Ver­lust­nut­zungsmöglich­kei­ten so­wie eine noch bes­sere F&E-Förde­rung als durch die von der bis­he­ri­gen Bun­des­re­gie­rung ein­geführte steu­er­li­che For­schungs­zu­lage.

Die Ver­un­si­che­rung des Mit­tel­stan­des durch die Dis­kus­sion zur Wie­der­be­le­bung der Vermögen­steuer muss aufhören. Das Stim­mungs­bild er­gibt, dass ei­nige schon auf ge­pack­ten Kof­fern sit­zen - da­bei kann sich Deutsch­land Steu­er­flucht nicht leis­ten. Dass eine sol­che Ge­fahr nicht von der Hand zu wei­sen ist, hat das Bei­spiel Frank­reich ge­zeigt. Dort ist nach der Einführung ei­ner ähn­li­chen Steuer das Wirt­schafts­wachs­tum deut­lich zurück­ge­gan­gen.

Ne­ben all den steu­er­pro­gram­ma­ti­schen An­for­de­run­gen sollte eine neue Bun­des­re­gie­rung aber auch dazu bei­tra­gen, dass das Steu­er­recht wie­der an­wen­der­freund­li­cher wird und die Steu­er­ab­tei­lun­gen der Un­ter­neh­men nicht lähmt. Dazu müssen die büro­kra­ti­schen An­for­de­run­gen her­ab­ge­setzt wer­den. Auch dürfen red­li­che Un­ter­neh­men, die zwei­fels­ohne be­reit sind, ent­spre­chend der ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen Steu­ern zu zah­len und einen Bei­trag zur Ge­mein­schaft zu leis­ten, nicht wei­ter un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht der Steu­er­hin­ter­zie­hung ge­stellt und kri­mi­na­li­siert wer­den. Viel­mehr wäre ge­rade in Be­triebsprüfun­gen ein Klima des ko­ope­ra­ti­ven Mit­ein­an­ders von Fi­nanz­ver­wal­tung und Steu­er­pflich­ti­gen wünschens­wert.

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