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Inkrafttreten neuer Tierschutztransportverordnung

Am 25.06.2021 hat der Bun­des­rat ei­ner Re­gie­rungs­ver­ord­nung zu­ge­stimmt, die den Tier­schutz bei Nutz­tier­trans­por­ten ver­bes­sern soll. Die Zu­stim­mung er­folgte je­doch nur un­ter der Be­din­gung meh­re­rer Ände­run­gen. Über­nimmt die Bun­des­re­gie­rung die vom Bun­des­rat be­schlos­se­nen Ände­rungsmaßga­ben, kann die Ver­ord­nung mit Be­ginn des fol­gen­den Quar­tals 2021, d. h. zum 01.10.2021 in Kraft tre­ten.

Änderungen in der Tierschutztransportverordnung

Kon­kret sol­len laut Bun­des­rat noch fol­gende Ände­run­gen in der Tier­schutz­trans­port­ver­ord­nung um­ge­setzt wer­den:

1. Die Beförde­rung von Tie­ren bei Tem­pe­ra­tu­ren von über 30 Grad darf nur ma­xi­mal für die Dauer von 4,5 Stun­den statt­fin­den. Die Aus­nah­me­re­ge­lung dafür wurde ge­stri­chen.

2. Kälber dürfen erst ab der 5. Le­bens­wo­che trans­por­tiert wer­den.

3. Der Ver­stoß ge­gen den Trans­port von trans­port­unfähi­gen Tie­ren durch das Trans­port­un­ter­neh­men oder von den Tier­hal­tern wird als Ord­nungs­wid­rig­keit auf­ge­nom­men. Da­bei sind trans­port­unfähige Tiere:

  • Tiere, die sich nicht ohne Hilfe be­we­gen können
  • träch­tige Tiere in fort­ge­schrit­te­nem Ge­sta­ti­ons­sta­dium
  • Tiere, die vor we­ni­ger als sie­ben Ta­gen ge­bo­ren wur­den
  • we­ni­ger als drei Wo­chen alte Fer­kel
  • we­ni­ger als eine Wo­che alte Lämmer
  • we­ni­ger als zehn Tage alte Kälber, so­fern sie über eine Stre­cke von mehr als 100 Ki­lo­me­tern befördert wer­den
  • we­ni­ger als acht Wo­chen alte Hunde und Kat­zen, so­fern sie nicht vom Mut­ter­tier be­glei­tet wer­den
  • Hir­sche, de­ren Gehörn oder Ge­weih noch mit Bast über­zo­gen ist

Auswirkungen für die Betriebe

Die Ände­run­gen ha­ben er­heb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die land­wirt­schaft­li­chen Be­triebe und Struk­tu­ren. Dies gilt ins­be­son­dere für die Re­ge­lung, dass Kälber erst ab der 5. Le­bens­wo­che trans­por­tiert wer­den dürfen. Dafür müssen in den Her­kunfts­be­trie­ben aus­rei­chende räum­li­che so­wie per­so­nelle Ka­pa­zitäten ge­schaf­fen wer­den.

Was droht bei einer Missachtung?

Verstöße ge­gen die durch das eu­ropäische Recht vor­ge­ge­be­nen Tem­pe­ra­tur­an­for­de­run­gen und Trans­port­ver­bote wer­den als Ord­nungs­wid­rig­kei­ten ge­ahn­det und mit Bußgel­dern be­wehrt.

Strenge Regelungen sind zu erwarten

Der Trans­port von Schlacht­geflügel ist von die­ser Re­ge­lung nicht um­fasst, ob­gleich der Bun­des­rat der Mei­nung ist, dass be­son­ders beim Geflügel Re­ge­lun­gen drin­gend er­for­der­lich wären. Aus die­sem Grund wer­den hier schärfere Re­ge­lun­gen er­war­tet.

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