In der Steuerberaterexamensprüfung vom perfekten Mix aus Praxis und Theorie in der Vorbereitung profitiert

Lina Charlotte Heinemeyer (24) arbeitet als Senior Consultant in der Steuerberatung am Standort Köln. Nach ihrem Bachelor- und Masterstudium hat sie im März 2020 das Steuerberaterexamen erfolgreich abgelegt – mit nur 23 Jahren. Im Interview berichtet sie, wie Ebner Stolz sie auf dem Weg dahin unterstützt hat und wie sie ihre Arbeit in Zeiten von Covid-19 erlebt.

Lina Heinemeyer

Sie haben im März 2020 das Steu­er­be­ra­ter­exa­men absol­viert – da waren Sie erst 23 Jahre alt. Ein Steu­er­be­ra­ter ist aktu­ell durch­schnitt­lich fast 50 Jahre alt und die meis­ten machen ihr Exa­men, wenn sie Ende 20 oder Anfang 30 sind. Wie haben Sie es dann so jung schon geschafft?
Ich hatte in der Schule nicht das klare Leit­bild vor Augen, dass ich mög­lichst früh Steu­er­be­ra­te­rin sein wollte. Ich habe ja sehr jung Abi­tur gemacht, mit 16 Jah­ren, und dem­ent­sp­re­chend nie so rich­tig die Zeit gehabt, mich mal wir­k­lich mit einem Beruf aus­ein­an­der­zu­set­zen. Mar­ke­ting war eine Option, ebenso Jura – da habe ich noch zu Schul­zei­ten eine Schnup­per­wo­che wahr­ge­nom­men und fand das sehr inter­es­sant. Iro­ni­scher­weise haben mich die zwei Staats­exa­mina abge­sch­reckt – jetzt habe ich sel­ber schon eins geschrie­ben und möchte ein zwei­tes in der Wirt­schafts­prü­fung hin­ter­her­schie­ben. Meine beruf­li­chen Pläne haben sich aber erst im Stu­dium kon­k­re­ti­siert.
 
Wie ging es im Stu­dium wei­ter? 
Ich habe zunächst Wirt­schafts­recht stu­diert und dabei das Thema Steu­ern für mich ent­deckt. Eine ent­sp­re­chende Werk­stu­den­ten­tä­tig­keit habe ich früh­zei­tig auf­ge­nom­men. Nach dem Bache­lor habe ich als Steuer- und Prü­fung­sas­sis­ten­tin gear­bei­tet und wäh­rend­des­sen berufs­be­g­lei­tend den Mas­ter gemacht. Im Oktober 2018 bin ich dann mit dem Ziel zu Ebner Stolz gewech­selt, Steu­er­be­ra­te­rin zu wer­den. Den schrift­li­chen Teil habe ich ein Jahr spä­ter abge­legt. Die münd­li­che Prü­fung folgte im März 2020.
 
Wie wur­den Sie von Ebner Stolz in den bis­he­ri­gen Kar­rie­re­schrit­ten unter­stützt?
Ich konnte berufs­be­g­lei­tend mein Mas­ter­stu­dium fort­set­zen und mei­ner Dozen­ten­tä­tig­keit an der Tech­ni­schen Hoch­schule Köln im Fach Ein­kom­men­steuer bzw. seit die­sem Jahr an der Rhei­ni­schen Fach­hoch­schule Köln im Fach Kon­zern­steu­er­recht nach­ge­hen. Für das Steu­er­be­ra­ter­exa­men habe ich sowohl Zeit als auch Geld erhal­ten. Nicht zu ver­ges­sen ist die per­sön­li­che Unter­stüt­zung. Bei Ebner Stolz wird Wis­sen mit allen geteilt und wei­ter­ge­ge­ben – das ist natür­lich ext­rem wert­voll, um sich auf eine Prü­fung wie das Steu­er­be­ra­ter­exa­men vor­zu­be­rei­ten. Aber auch meine Man­date haben mich gut auf das Exa­men vor­be­rei­tet. Es gab viele The­men, die auch spä­ter für das Steu­er­be­ra­ter­exa­men rele­vant waren. Für mich der per­fekte Mix aus Pra­xis und The­o­rie.
 
Kön­nen Sie ein kon­k­re­tes Bei­spiel aus der Pra­xis und die ent­sp­re­chende Prü­fungs­si­tua­tion im Exa­men nen­nen?
Ein wich­ti­ges Thema im Exa­men war die Bilan­zie­rung: Es ging dabei um eine Kom­man­dit­ge­sell­schaft, die im Gar­ten­land­schafts­bau tätig war. An die­ser Kom­man­dit­ge­sell­schaft war jemand betei­ligt, der das auch in Form eines Ein­zel­un­ter­neh­mens gemacht hat. Er hat dafür gewisse Grund­stücks­flächen ange­pach­tet, dann noch etwas dar­auf gebaut und es wei­ter ver­pach­tet. Und einen ver­g­leich­ba­ren Fall hat­ten wir, lus­ti­ger­weise, wir­k­lich in unse­rem Man­dat. Nicht aus dem Gar­ten­land­schafts­bau, aber mit ver­g­leich­ba­ren Fra­ge­stel­lun­gen. Es gab im Exa­men viele Hin­weise und Zah­len zusätz­lich im Sach­ver­halt, die einen auch locker in die fal­sche Rich­tung hät­ten schi­cken kön­nen. Dank mei­ner Pra­xi­s­er­fah­rung bei Ebner Stolz wusste ich aber schon den pas­sen­den Lösungs­weg. 
 
Wie meis­tern Sie die aktu­elle Situa­tion im Home­of­fice?
Zu Hause habe ich glück­li­cher­weise ein eige­nes Arbeits­zim­mer. Unsere Pro­zesse im Team sind fast kom­p­lett digi­tal, was die Arbeit enorm erleich­tert. Wir haben schon sehr früh mit der Digi­ta­li­sie­rung begon­nen und so kann ich im Home­of­fice gen­auso arbei­ten wie im Büro. Die Kom­mu­ni­ka­tion mit den Kol­le­gen und Man­dan­ten fin­det per Video­kon­fe­renz oder tele­fo­nisch statt. Unsere Man­dan­ten arbei­ten sel­ber über­wie­gend digi­tal. So haben wir nicht das Pro­b­lem, falls doch etwas fehlt, dass ich noch einen Ord­ner per Post bekomme oder der Man­dant mir einen Schuh­kar­ton in das Büro stel­len muss. Zusätz­lich gibt es haus­ei­gene Lösun­gen, um Daten sicher zu über­tra­gen. Der per­sön­li­che Kon­takt zu den Kol­le­gen wie Man­dan­ten fehlt mir aber schon sehr…
 
Was mögen Sie beson­ders an Ihrem aktu­el­len Job?
Bei Ebner Stolz bin ich aktu­ell im Unter­neh­mens­steu­er­recht mit Schwer­punkt Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten tätig und über­nehme sowohl Steu­er­de­kla­ra­tio­nen als auch die lau­fende Bera­tung und das Pro­jekt­ge­schäft. Was mir am Steu­er­recht gefällt, ist die Kom­ple­xi­tät und Viel­falt. Man muss viele The­men­ge­biete berück­sich­ti­gen, sich immer wie­der neu ein­ar­bei­ten und auch stets das große Ganze im Blick behal­ten.
 
Wel­che Eigen­schaft sollte ein guter Steu­er­be­ra­ter Ihrer Mei­nung nach mit­brin­gen?
Das fach­li­che Wis­sen ist natür­lich essen­ti­ell. Grund­sätz­lich muss man auch fokus­siert sein und sich mit Sach­ver­hal­ten sehr detail­liert aus­ein­an­der­set­zen. Der Teu­fel steckt eben im Detail. Wich­tig ist ein Gespür zu ent­wi­ckeln, was rele­vant ist. Aber auch die Sozial­kom­pe­tenz sollte nicht unter den Tisch fal­len, gerade im direk­ten Kon­takt mit den Man­dan­ten. Dazu gehört ja nicht nur, nett und empa­thisch zu sein, son­dern auch ein gutes Maß an Fle­xi­bi­li­tät: Wie gehe ich mit den ver­schie­de­nen Cha­rak­te­ren und Situa­tio­nen um?
 
Gibt es auch schon wei­tere beruf­li­che Pläne?
Wie schon gesagt möchte ich noch das Wirt­schafts­prü­fer­exa­men able­gen und sammle hier­für noch wei­tere Beruf­s­er­fah­rung durch die Teil­nahme an Jah­res­ab­schluss­prü­fun­gen. Außer­dem gibt es Wei­ter­bil­dun­gen mit IT-Bezug, die mich auch sehr inter­es­sie­ren. Für mich zählt, dass ich am Ball bleibe, wei­ter­hin lerne, und es gewohnt bleibe, Klau­su­ren zu sch­rei­ben.

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