November- und Dezemberhilfen

Aufgrund des staatlich angeordneten Lockdowns mussten im November und Dezember 2020 zahlreiche Unternehmen, insb. in den Bereichen Gastronomie, Unterhaltung und Freizeit, ihre Betriebe schließen.

Um die wir­t­­­schaf­t­­­li­chen Fol­­­gen die­­­ser Sch­­­lie­ßun­­­gen abzu­­­­­mil­­­dern, unter­­­stützt die Bun­­­des­­­re­­­gie­rung des­halb alle Betrof­­­fe­nen mit einer „außer­or­­­den­t­­­li­chen Wir­t­­­schafts­­­hil­­­fe“, der soge­n­an­n­­­ten Novem­ber- und Dezem­ber­hilfe. Alle Betrof­­­fe­nen erhal­­­ten unter den nach­­­­­fol­­­gen­­­den Vor­­­aus­­­set­zun­­­gen Hilfe in Form von Zuschüs­­­sen.

© AdobeStock

Antrag­stel­lung

Anträge für die Novem­ber­hilfe und Dezem­ber­hilfe kön­­­nen über die bun­­­des­ein­heit­­­li­che IT-Pla­t­t­­­form Über­brü­­­ckungs­­­hilfe ges­­­tellt wer­­­den. Die Antrags­­­­­frist für die Novem­ber­hilfe sowie für die Dezem­ber­hilfe wurde zuletzt bis zum 30.4.2021 ver­­­län­­­gert. Die ele­k­tro­­­ni­­­sche Antra­g­­s­­tel­­­lung muss durch einen Steu­er­be­ra­­­ter, Wir­t­­­schafts­­­prü­­­fer, ver­­­ei­­­di­g­­­ten Buch­prü­­­fer oder Rechts­an­walt erfol­­­gen.

Antrags­be­rech­ti­gung

Antrags­­­be­­­rech­­­tigt sind Unter­­­neh­­­men aller Grö­­­ßen (auch öff­en­t­­­li­che und gemein­­­nüt­zige), Betriebe, Sel­b­­­stän­­­dige, Ver­­­eine, Sozial­un­­­ter­­­neh­­­men und Ein­rich­­­tun­­­gen, die direkt von den Sch­­­lie­ßun­­­gen betrof­­­fen sind. Antrags­­­be­­­rech­­­tigt sind zudem Unter­­­neh­­­men, die ledi­g­­­lich indi­­­rekt oder mit­­­­­tel­­­bar beein­­­träch­­­tigt sind. Als Unter­­­neh­­­men (auch öff­en­t­­­li­che Unter­­­neh­­­men und gemein­­­nüt­zige Orga­­­ni­­­sa­­­ti­o­­­nen (i. S. d §§ 51 ff. AO)) gilt dabei jede rech­t­­­li­che sel­b­­­stän­­­dige Ein­heit unab­hän­­­gig von ihrer Rechts­­­form, die wir­t­­­schaf­t­­­lich am Markt tätig ist und zum Stich­­­tag 29.2.2020 zumin­­­dest einen Beschäf­­­ti­g­­­ten (unab­hän­­­gig von der Stun­­­den­­­zahl) hatte. Dies gilt auch für Unter­­­neh­­­men mit öff­en­t­­­lich-rech­t­­­li­cher Rechts­­­form, ein­­­sch­­­lie­ß­­­lich Kör­per­­­schaf­­­ten des öff­en­t­­­li­chen Rechts. Die Orga­­­ni­­­sa­­­ti­on­s­­­form und die Trä­­­ger­­­schaft des Unter­­­neh­­­mens oder der Ein­rich­­­tung sind nicht ent­­­­­schei­­­dend. Es sind auch Lan­­­des- bezie­hungs­­­weise Staats­­­be­­­triebe und kom­­­mu­­­nale Eigen­be­­­triebe sowie kom­­­mu­­­nale Regie­be­­­triebe antrags­­­be­­­rech­­­tigt. Hier­bei kön­­­nen auch nur ein­­­zelne Teil­be­­­rei­che betrach­­­tet wer­­­den.

Anträge kön­­­nen daher alle gen­an­n­­­ten Unter­­­neh­­­men stel­­­len, deren Täti­g­keit vom Corona-beding­­­ten Lock­down im Novem­ber und Dezem­ber 2020 auf eine der fol­­­gen­­­den Wei­­­sen betrof­­­fen ist:

  • Direkt betrof­­­fen im Novem­ber sind alle Unter­­­neh­­­men (auch öff­en­t­­­li­che), Betriebe, Sel­b­­­stän­­­dige, Ver­­­eine und Ein­rich­­­tun­­­gen, die ihren Betrieb auf­­­­­grund der Ver­­­or­d­­­nung vom 28.10.2020 sch­­­lie­­­ßen müs­­­sen. Hotels zäh­­­len eben­­­falls dazu.
  • Direkt betrof­­­fen im Dezem­ber sind alle Unter­­­neh­­­men (auch öff­en­t­­­li­che), Betriebe, Sel­b­­­stän­­­dige, Ver­­­eine und Ein­rich­­­tun­­­gen, die ihren Betrieb auf­­­­­grund der Ver­­­or­d­­­nung vom 28.10.2020 schon im Novem­ber sch­­­lie­­­ßen mus­s­­­ten und auf der Grun­d­lage der Beschlüsse von Bund und Län­­­dern vom 25.11.2020 und vom 2.12.2020 auch im Dezem­ber noch von die­­­sen Sch­­­lie­ßun­­­gen betrof­­­fen sind.
  • Indi­­­rekt betrof­­­fen sind alle Unter­­­neh­­­men, die nach­­­weis­­­lich und regel­­­mä­­­ßig 80 % ihrer Umsätze mit Unter­­­neh­­­men erzie­­­len, die direkt von den Sch­­­lie­ßun­­­gen betrof­­­fen sind (z.B. eine Wäsche­­­rei, die vor­­­wie­­­gend für Hotels arbei­­­tet).
  • Über Dritte indi­­­rekt betrof­­­fene Unter­­­neh­­­men sind alle Unter­­­neh­­­men, die regel­­­mä­­­ßig 80 % ihrer Umsätze im Auf­­­­­trag von Unter­­­neh­­­men erzie­­­len, die direkt von den Sch­­­lie­ßun­­­gen betrof­­­fen sind (z. B. Ton­­­tech­­­ni­ker, Büh­­­nen­­­bauer, Beleuch­­­ter, etc.).
  • Im Falle meh­­­re­­­rer wir­t­­­schaf­t­­­li­cher Täti­g­kei­­­ten oder im Falle von teil­wei­­­sen Sch­­­lie­ßun­­­gen (Misch­be­­­triebe) sind pri­vate Unter­­­neh­­­men nur dann antrags­­­be­­­rech­­­tigt, wenn sie ins­­­ge­s­­­amt zu min­­­des­­­tens 80 % als direkt, indi­­­rekt oder indi­­­rekt über Dritte betrof­­­fen gel­­­ten.

Bei­­spiel: Eine Buch­han­d­­­lung bet­­­reibt auch ein Café, wel­ches auf­­­­­grund der Sch­­­lie­ßung­s­an­or­d­­­nung im Novem­ber 2020 den Betrieb ein­s­­­tel­­­len musste. Das Unter­­­neh­­­men gilt als Misch­be­­­trieb und wäre dann antrags­­­be­­­rech­­­tigt, wenn das Café min­­­des­­­tens 80 % zum Gesam­t­um­­­satz bei­­­trägt.

Für gemein­­­nüt­zige Ein­rich­­­tun­­­gen und öff­en­t­­­li­che Unter­­­neh­­­men gilt diese Ein­­­schrän­kung nicht, wenn sich die Täti­g­kei­­­ten klar (z. B. räum­­­lich und orga­­­ni­­­sa­to­risch) abg­­­ren­­­zen las­­­sen.

Bei­­spiel: Ein Stadt­­­­­werk hat die Täti­g­keits­­­fel­­­der Ver­­­­­sor­­­gung (Strom, Gas, Was­­­ser) sowie Bäder. Hier kann der Teil­be­­­reich Bäd­­­ern get­­­rennt von den Täti­g­keits­­­fel­­­dern Ver­­­­­sor­­­gung anspruchs­be­­­rech­­­tigt sein.

  • Antrags­­­be­­­rech­­­tigt sind auch ver­­­bun­­­dene Unter­­­neh­­­men (Unter­­­neh­­­men mit meh­­­re­­­ren Toch­­­ter­un­­­ter­­­neh­­­men oder Betrie­b­s­­­stät­­­ten), wenn mehr als 80 % des ver­­­bun­d­wei­­­ten Gesam­t­um­­­sa­t­zes von direkt oder indi­­­rekt betrof­­­fe­­­nen Ver­­­bun­d­un­­­ter­­­neh­­­men erzielt wird. In die­­­sem Fall darf nur ein Antrag für den Unter­­­neh­­­men­s­ver­­­bund ges­­­tellt wer­­­den.
  • Das Kon­­­so­­­li­­­die­rungs­­­­­ge­­­bot für ver­­­bun­­­dene Unter­­­neh­­­men gilt nicht für gemein­­­nüt­zige Unter­­­neh­­­men­s­ver­­­­­bünde und gemein­­­nüt­zige Unter­­­neh­­­men mit meh­­­re­­­ren Betrie­b­s­­­stät­­­ten (z. B. Zweck­be­­­triebe), wie bei­­­spiels­weise Jugen­d­­her­ber­­­gen. Für die ein­­­zel­­­nen gemein­­­nüt­zi­­­gen Unter­­­neh­­­men oder Betrie­b­s­­­stät­­­ten kann jeweils ein eige­­­ner Antrag ges­­­tellt wer­­­den.
  • Ebenso gilt das Kon­­­so­­­li­­­die­rungs­­­­­ge­­­bot für ver­­­bun­­­dene Unter­­­neh­­­men nicht für öff­en­t­­­li­che Unter­­­neh­­­men­s­ver­­­­­bünde und öff­en­t­­­li­che Unter­­­neh­­­men mit meh­­­re­­­ren Betrie­b­s­­­stät­­­ten (z. B. Zweck­be­­­triebe). Für die ein­­­zel­­­nen öff­en­t­­­li­chen Unter­­­neh­­­men oder Betrie­b­s­­­stät­­­ten kann jeweils ein eige­­­ner Antrag ges­­­tellt wer­­­den, auch wenn diese einen Unter­­­neh­­­men­s­ver­­­bund bil­­­den.

Höhe der Novem­ber­hilfe bzw. Dezem­ber­hilfe

Die Antrags­­­be­­­rech­­­ti­g­­­ten bekom­­­men pro Tag der Sch­­­lie­ßun­­­gen Zuschüsse in Höhe von 75 % des durch­­­­­schnit­t­­­li­chen Tage­s­um­­­sa­t­zes des Ver­­­g­­­leichs­­­mo­­­nats Novem­ber bzw. Dezem­ber 2019.

Bei gemein­­­nüt­zi­­­gen und öff­en­t­­­li­chen Unter­­­neh­­­men wird aus­­­­­sch­­­lie­ß­­­lich auf die am Markt erziel­­­ten Umsätze abge­­­s­­­tellt (nicht zum Umsatz zäh­­­len zum Bei­­­spiel Spen­­­den, Mit­­­g­­­lieds­bei­­­träge, Zuwen­­­dun­­­gen der öff­en­t­­­li­chen Hand, Zuschüsse nach dem Sozial­­­di­en­st­­­leis­­­ter-Ein­­­sa­t­z­­­ge­­­setz (SodEG) oder die Über­brü­­­ckungs­­­hilfe). Bei meh­­­re­­­ren Betrie­b­­­stät­­­ten gemein­­­nüt­zi­­­ger oder öff­en­t­­­li­cher Unter­­­neh­­­men­s­ver­­­­­bünde wird jeweils auf die Umsätze und Mit­­­ar­bei­­­ter­­­zah­­­len der antra­g­s­­­tel­­­len­­­den Ein­heit abge­­­s­­­tellt.

Umsätze sind alle steu­er­­­ba­­­ren Umsätze i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG des Besteu­e­rungs­­­zei­traums Novem­ber bzw. Dezem­ber 2019. Nicht zu berück­­­si­ch­­­ti­­­gen sind unen­t­­­gel­t­­­li­che Wer­t­ab­­­ga­­­ben, inn­er­­­ge­­­mein­­­schaf­t­­­li­che Erwerbe, Umsätze im Unter­­­neh­­­men­s­ver­­­bund, Umsätze aus gewer­b­­­li­cher Ver­­­­­mie­­­tung sowie ein­­­ma­­­lige Umsätze, wie z. B. Anla­­­ge­ver­­­­­käufe.

Erfolgt keine mona­t­­­li­che Abrech­­­nung der Umsätze (zum Bei­­­spiel bei Dau­er­­­leis­­­tun­­­gen), ist es zuläs­­­sig von einer gleich­­­mä­ß­i­­­gen Ver­­­­­tei­­­lung der Umsätze aus­­­zu­­­­­ge­hen (anhand geei­g­­­ne­­­ter Ken­n­­­zah­­­len).

Andere staa­t­­­li­che Leis­­­tun­­­gen, die für den För­­­der­zei­traum Novem­ber bzw. Dezem­ber 2020 gezahlt wer­­­den, wer­­­den ange­­­rech­­­net. Das gilt vor allem für Leis­­­tun­­­gen wie Über­brü­­­ckungs­­­hilfe oder Kur­z­ar­bei­­­ter­­­geld.

Bei­­­spiel: Ein The­a­­­ter hat im Novem­ber 2019 einen Umsatz von 50.000 Euro erzielt, was einem durch­­­­­schnit­t­­­li­chen Tage­s­um­­­satz von 1.667 Euro ent­­­­­spricht. Auf­­­­­grund der Lan­­­des­ver­­­or­d­­­nung darf das The­a­­­ter vom 2. bis 30.11.2020 nicht öff­­­nen (29 Tage). Die Höhe der Novem­ber­hilfe beträgt für jeden Tag der Sch­­­lie­ßung 1.250 Euro (75 % des durch­­­­­schnit­t­­­li­chen Tage­s­um­­­sa­t­zes im Ver­­­g­­­leichs­zei­traum), für den gesam­­­ten Zei­traum der Betrof­­­fen­heit (29 Tage) also 36.250 Euro.

Hin­weis: Die Novem­ber­hilfe ist ertra­g­­­steu­er­­­bar und im Rah­­­men der Gewin­­­ner­­­mit­­t­­­lung nach den all­­­ge­­­mei­­­nen steu­er­­­rech­t­­­li­chen Rege­­­lun­­­gen zu berück­­­si­ch­­­ti­­­gen (ggf. im Zweck­be­­­trieb).

Anrech­nung von Umsät­zen

Wenn trotz der Sch­­­lie­ßung wei­­­tere Umsätze erzielt wer­­­den, sind diese bis zu einer Höhe von 25 % des Ver­­­g­­­leich­s­um­­­sa­t­zes nicht anzu­­­­­rech­­­nen. Erst bei höh­e­­­ren Umsät­­­zen wer­­­den diese von der Novem­ber­hilfe abge­­­zo­­­gen. Damit soll ver­­­­­mie­­­den wer­­­den, dass durch die För­­­de­rung mehr als 100 % des Ver­­­g­­­leich­s­um­­­sa­t­zes erzielt wer­­­den kön­­­nen.

Bei­­­spiel: Eine pri­vate Bil­­­dung­s­ein­rich­­­tung hat im Novem­ber 2019 Umsätze in Höhe von 30.000 Euro aus Prä­­­sen­z­ver­­­an­­­stal­­­tun­­­gen gene­riert, was einem durch­­­­­schnit­t­­­li­chen Tage­s­um­­­satz von 1.000 Euro ent­­­­­spricht. Auf­­­­­grund der Lan­­­des­ver­­­or­d­­­nung darf die Bil­­­dung­s­ein­rich­­­tung vom 2. bis 30.11.2020 nicht öff­­­nen.  Die Ein­rich­­­tung bekommt 750 Euro für jeden Tag der Sch­­­lie­ßung (75 % des durch­­­­­schnit­t­­­li­chen Tage­s­um­­­sa­t­zes) als Novem­ber­hilfe. Für den gesam­­­ten Zei­traum der Sch­­­lie­ßung (29 Tage) bekom­­­men sie 21.750 Euro. Zug­­­leich bie­­­tet die Ein­rich­­­tung im Novem­ber auch Online-Kurse an, mit denen sie 10.000 Euro Umsatz gene­riert. Dies sind mehr als die 7.250 Euro, die sie ohne Anrech­­­nung zur Novem­ber­hilfe dazu ver­­­­­die­­­nen dürfte (25 %). Der über die 25 % hin­aus­­­ge­hende Umsatz (2.750 Euro) wird von der Novem­ber­hilfe abge­­­zo­­­gen. Die Bil­­­dung­s­ein­rich­­­tung bekommt daher 19.000 Euro Novem­ber­hilfe aus­­­­­ge­­­zahlt.

Son­der­re­ge­lung für Restau­rants 

Für Restau­rants gilt eine Son­­­der­­­re­­­ge­­­lung, wenn sie Spei­­­­­sen im Außer­haus­ver­­­­­kauf anbie­­­ten. Hier wird die Umsa­t­zer­­­sta­t­­­tung auf 75 % der Umsätze im Ver­­­g­­­leichs­zei­traum 2019 auf Umsätze mit dem vol­­­len Mehr­wer­t­­­steu­er­­­satz beg­­­renzt (alle im Restau­rant ver­­­zehr­­­ten Spei­­­­­sen und Getränke). Die Umsätze des Außer­haus­ver­­­­­kaufs, für die der redu­­­zierte Mehr­wer­t­­­steu­er­­­satz gilt, wer­­­den her­aus­­­ge­­­rech­­­net. Im Gegen­zug wer­­­den die Umsätze aus dem Außer­haus­ver­­­­­kauf wäh­­­rend der Sch­­­lie­ßung von der Umsa­t­z­an­­­rech­­­nung aus­­­­­ge­­­nom­­­men.

Bei­­­spiel: Eine Piz­ze­ria hatte im Novem­ber 2019 8.000 Euro Umsatz aus dem Ver­­­zehr im Restau­rant und 2.000 Euro durch Außer­haus­ver­­­­­kauf erzielt. Die Novem­ber­hilfe beträgt 5.800 Euro (75 % von 8.000 Euro, antei­­­lig für 29 Tage). Umsätze, die die Piz­ze­ria im Novem­ber 2020 aus dem Außer­haus­ver­­­­­kauf gene­riert, füh­­­ren nicht zu einer Kür­zung der För­­­de­rung.

Abschlags­zah­lun­gen und Schluss­ab­rech­nung

Damit das Geld sch­­­nell und mög­­­lichst unbür­o­k­ra­­­tisch bei den Betrof­­­fe­­­nen ankommt, erfol­­­gen Abschlags­­­­­zah­­­lun­­­gen. Die Abschlags­­­­­zah­­­lun­­­gen wer­­­den in Höhe von 50 % der bean­­tra­g­­­ten Hil­fen gewährt, höchs­­­tens jedoch bis zu 50.000 Euro pro Antra­g­s­­­tel­­­ler.

Im Falle einer Antrags­­­­s­­tel­­­lung über einen prü­­­fen­den Drit­­­ten haben diese bis spä­­­tes­­­tens zum 31.12.2021 eine Schlus­s­ab­­­rech­­­nung für den Antra­g­s­­­tel­­­ler vor­­­zu­­­­­le­­­gen. Bei Vor­­­­­lie­­­gen der end­­­gül­­­ti­­­gen Umsa­t­z­­­zah­­­len für den Novem­ber bzw. Dezem­ber 2020 erfolgt die Über­­­mit­­t­­­lung durch die prü­­­fen­­­den Drit­­­ten an die Bewil­­­li­­­gungs­­­s­­­tel­­­len der Län­­­der. Hier wird die Antrags­­­be­­­rech­­­ti­­­gung und die Höhe der Novem­ber­hilfe, bzw. der Dezem­ber­hilfe anhand der tat­­­säch­­­li­chen Zah­­­len über­­­prüft. Eben­­­falls tei­­­len die prü­­­fen­­­den Drit­­­ten der Bewil­­­li­­­gungs­­­s­­­telle mit, wel­che anzu­­­­­rech­­­nen­­­den Leis­­­tun­­­gen der Antra­g­s­­­tel­­­ler im maß­­­ge­b­­­li­chen Zei­traum in wel­cher tat­­­säch­­­li­chen Höhe bewil­­­ligt bzw. aus­­­­­ge­­­zahlt wur­­­den (Kur­z­ar­bei­­­ter­­­geld, Über­brü­­­ckungs­­­hilfe, Leis­­­tun­­­gen aus ande­­­ren gleich­ar­­­ti­­­gen Zuschus­s­­­pro­­­gram­­­men, Leis­­­tun­­­gen von Ver­­­­­si­che­run­­­gen auf­­­­­grund von Betrie­b­s­­­sch­­­lie­ßung oder Betrie­b­s­ein­­­schrän­kung). 

Hin­weis: Zu viel gezahlte Leis­­­tun­­­gen sind zurück­zu­­­­­zah­­­len. Sollte keine Schlus­s­ab­­­rech­­­nung erfol­­­gen, ist die Novem­ber­hilfe, bzw. die Dezem­ber­hilfe in vol­­­ler Höhe zurück zu zah­­­len.

Was ist Bei­hil­fe­recht­lich zu beach­ten?

Bei der Inan­­­spruch­­­nahme von Novem­ber­hilfe, Dezem­ber­hilfe und ande­­­ren Sofor­t­hil­­­fen des Bun­­­des und der Län­­­der müs­sen die bei­hil­­­fe­­­rech­t­­­li­chen Ober­g­ren­zen beach­tet wer­den.

Nach der geän­der­ten Klein­bei­hil­­­fe­­­re­­­ge­­­lung kön­­­nen grun­d­­­sät­z­­­lich Bei­hil­­­fen bis zu 1,8 Mio. Euro pro Unter­­­neh­­­men ver­­­­­ge­­­ben wer­­­den. Hier­bei wer­­­den jedoch KfW-Sch­­­nel­l­k­­­re­­­dite sowie andere För­­­de­run­­­gen auf der Grun­d­lage der Klein­bei­hilfe 2020 voll ange­­­rech­­­net. Hier­un­­­ter fal­­­len eben­­­falls die ande­­­ren Sofor­t­hil­­­fen des Bun­­­des, sowie die Über­brü­­­ckungs­­­hil­­­fen. Nach der all­­­ge­­­mei­­­nen De-Mi­­­ni­­­mis-Ver­­­or­d­­­nung dür­­­fen einem ein­zi­­­gen Unter­­­neh­­­men zusätz­lich inn­er­halb von 3 Steu­er­jah­­­ren grun­d­­­sät­z­­­lich bis zu 200.000 Euro gewährt wer­­­den. Soweit die Vor­­­­­ga­­­ben der De-Mini­­­mis-Ver­­­or­d­­­nun­­­gen sowie die Kumu­­­lie­rungs­­­ober­g­­­renze der  Bun­­­des­­­re­­­ge­­­lung Klein­bei­hil­­­fen 2020 ein­­­ge­hal­­­ten wer­­­den, kön­­­nen Bei­hil­­­fen nach der Klein­bei­hil­­­fe­­­re­­­ge­­­lung kom­bi­niert mit Bei­hil­­­fen nach der De-Mini­­­mis-Ver­­­or­d­­­nun­­g ein För­der­vo­lu­men von bis zu 2 Mio. Euro erge­ben wer­­­den. Dar­­­über hin­aus kön­­nen unter den Vor­­aus­­set­zun­­gen der Bun­­des­­re­­ge­­lung Fix­­kos­­ten­hilfe 2020 bis zu 10 Mio. Euro wei­­tere Zuschüsse bean­­tragt wer­­den. Alter­na­tiv kann ein Antrag (aus­sch­ließ­lich oder neben der Klein­bei­hil­fen­re­ge­lung 2020 sowie optio­nal der De-Mini­mis-Ver­ord­nung) zum Aus­g­leich Lock­down-beding­ter Schä­den auf die Bun­des­re­ge­lung Novem­ber­hilfe/Dezem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­g­leich) gestützt wer­den, die anders als die Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 keine betrags­mä­ß­ige Ober­g­renze vor­sieht. Die bei­hil­­fe­­rech­t­­li­che Geneh­­mi­­gung der Unter­­stüt­zungs­­­leis­­tun­­gen im Rah­men der Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 sowie der Bun­des­re­ge­lung Novem­ber­hilfe/Dezem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­g­leich) ergeht sei­­tens der EU-Kom­­mis­­sion unter der Vor­­aus­­set­zung, dass die Unter­­neh­­men den ent­­­stan­­de­­nen Scha­­den im Ein­­zel­­nen nach­­wei­­sen, was im Rah­­men der Schlus­s­ab­­rech­­nung sor­g­­fäl­­tig über­­prüft wer­­den soll.

Hin­weis: Der bei­hil­­­fe­­­rech­t­­­li­che Unter­­­neh­­­men­s­be­­­griff gilt auch für öff­en­t­­­li­che Unter­­­neh­­­men. Dem­nach ist auch bei öff­en­t­­­li­chen Unter­­­neh­­­men zu prü­­­fen, inwie­­­fern ein wir­t­­­schaf­t­­­li­cher Ver­­­bund mit ande­­­ren Unter­­­neh­­­men vor­­­­­liegt, wobei ins­be­­­son­­­dere das Bes­­te­hen von Kon­trol­l­be­­­tei­­­li­­­gun­­­gen rele­vant ist.

nach oben