Bundestag beschließt erweiterten Verlustrücktrag aus 2020 und 2021

Mit einem Dritten Corona-Steuerhilfegesetz wird der Höchstbetrag des Verlustrücktrags für die Jahre 2020 und 2021 auf 10 Mio. Euro angehoben und zudem die Möglichkeit der Berücksichtigung eines vorläufigen Rücktrags auch für 2021 eingeführt.

Neue Höchst­be­trags­g­ren­zen

Die Mög­­li­ch­keit des Rück­­trags von Ver­­lus­­ten der Ver­­an­la­­gungs­­zei­traums 2020 und 2021 wurde mit dem Zwei­­ten Corona-Steu­er­hil­­fe­­ge­­setz im Juni 2020 bereits von 1 Mio. Euro auf 5 Mio. Euro bei Ein­­zel­ver­­an­la­­gung bzw. von 2 Mio. Euro auf 10 Mio. Euro bei Zusam­­men­ver­­an­la­­gung ange­ho­­ben. Dies gilt sowohl für die Ein­­kom­­men­­steuer als auch für die Kör­per­­schaf­t­­steuer.

Das Drit­ten Corona-Steu­er­hil­fe­ge­setz, das am 26.2.2021 im Bun­des­tag besch­los­sen wurde, sieht nun eine erneute Aus­wei­tung des Ver­lu­st­rück­trags vor. Dem­nach wird die Ober­g­renze für den Ver­lu­st­rück­trag für die Ver­an­la­gungs­zei­träume 2020 und 2021 von 5 Mio. Euro auf 10 Mio. Euro und im Falle der Zusam­men­ver­an­la­gung von 10 Mio. Euro auf 20 Mio. Euro ange­ho­ben wer­den.

Hin­weis: Gewer­be­­steu­er­­lich ist ein Ver­­lu­st­rück­­trag geset­z­­lich nicht vor­­­ge­­se­hen, woran sich auch durch die Erhöh­ung des Höchst­be­­trags nichts ändert.

Anpas­sung von Vor­aus­zah­lun­gen für 2019

Durch das Zweite Corona-Steu­er­hil­­fe­­ge­­setz wurde eine geset­z­­li­che Rege­­lung ein­­ge­­fügt, wonach der der Bemes­­sung der Vor­­aus­­zah­­lun­­gen für 2019 zugrunde gelegte Gesam­t­be­­trag der Ein­­künfte (aller­­dings ohne Ein­­künfte aus nich­t­­sel­b­­stän­­di­­ger Arbeit) pau­­­schal um 30 % gemin­­dert wer­­den kann. Vor­­aus­­set­zung hier­­für ist, dass die Vor­­aus­­zah­­lun­­gen für 2020 auf null Euro her­ab­­ge­­setzt wur­­den. Alter­na­­tiv dazu kann der Gesam­t­be­­trag der Ein­­künfte auch um einen höh­e­­ren Betrag als 30 % gemin­­dert wer­­den, wenn ein ent­­­sp­­re­chen­­der vor­­aus­­sich­t­­li­cher Ver­­lu­st­rück­­trag der Höhe nach nach­­­ge­wie­­sen wird. Gede­ckelt ist die Berück­sich­ti­gung von Ver­lus­ten aus 2020 für die Anpas­sung von Vor­aus­zah­lun­gen für 2019 auf den Höchst­be­trag des Ver­lu­st­rück­trags, der mit dem Drit­ten Corona-Steu­er­hil­fe­ge­setz auf 10 Mio. Euro (bzw. 20 Mio. Euro) ange­ho­ben wurde.

Vor­läu­fi­ger Ver­lu­st­rück­trag für 2020 und 2021

Ein Ver­­lu­st­rück­­trag für 2020 kann gemäß einer ebenso mit dem Zwei­­ten Corona-Steu­er­hil­­fe­­ge­­setz ein­­ge­­füg­­­ten Rege­­lung bereits vor­­läu­­fig im Rah­­men der neuen Höchst­be­­trags­­g­­ren­­zen bei der Ver­­an­la­­gung 2019 berück­­si­ch­­tigt wer­­den. Dazu kann auf Antrag ein vor­­läu­­fi­­ger Ver­­lu­st­rück­­trag für 2020 im Rah­­men der Steu­er­­fest­­set­zung für 2019 vom Gesam­t­be­­trag der Ein­­künfte abge­­zo­­gen wer­­den. Der vor­­läu­­fige Ver­­lu­st­rück­­trag beträgt pau­­­schal 30 % des Gesam­t­be­­trags der Ein­­künfte (ohne Ein­­künfte aus nich­t­­sel­b­­stän­­di­­ger Arbeit). Vor­­aus­­set­zung dabei ist, dass die Vor­­aus­­zah­­lun­­gen für den Ver­­an­la­­gungs­­zei­traum 2020 auf null Euro her­ab­­ge­­setzt wur­­den. Die Berück­­si­ch­­ti­­gung eines vor­­läu­­fi­­gen Ver­­lu­st­rück­­trags kann aber auch in nach­­­ge­wie­­se­­ner Höhe bean­­tragt wer­­den. Mit dem Drit­ten Corona-Steu­er­hil­fe­ge­setz wird die Berück­sich­ti­gung eines vor­läu­fi­gen Ver­lu­st­rück­trags in die­ser Weise auf 2021 aus­ge­dehnt.

Auch hier gilt die Beg­ren­zung der Berück­sich­ti­gung eines vor­läu­fi­gen Ver­lu­st­rück­trags auf den Höchst­be­trag, der ins­ge­s­amt für den Ver­lu­st­rück­trag mög­lich ist.

Hin­weis: Das Dritte Corona-Steu­er­hil­fe­ge­setz bedarf noch der Zustim­mung des Bun­des­rats, um in Kraft tre­ten zu kön­nen.

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