Einjährige Nutzungsdauer von Computerhardware und Software beschlossen

Am 26.2.2021 hat das BMF das finale Schreiben veröffentlicht, das eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von Computerhardware und Software von einem Jahr vorsieht.

Mit BMF-Sch­rei­ben vom 26.2.2021 (Az. IVC 3 -S 2190/21/10002 :013) wird vor­ge­ge­ben, dass die betriebs­ge­wöhn­li­che Nut­zungs­dauer von Com­pu­ter­hard­ware und Soft­ware mit einem Jahr berück­sich­tigt wer­den kann.

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Das BMF führt aus­führ­lich aus, was unter dem Begriff der Com­pu­ter­hard­ware zu ver­ste­hen ist. Dazu gehö­ren neben (Desk­top- und Note­book-) Com­pu­tern z. B. auch Desk­top-Thin-Cli­ents, mobile Work­sta­ti­ons oder Peri­phe­rie-Geräte. Die Anwen­dung der ein­jäh­ri­gen Nut­zungs­dauer bei bestimm­ten Com­pu­ter setzt aller­dings vor­aus, dass der Her­s­tel­ler einer Kenn­zeich­nungspf­licht nach der EU-Ver­ord­nung Nr. 617/2013 vom 26.6.2013 zur Umset­zung der Öko­de­sign-Richt­li­nie 2009/125/EG vom 21.10.2009 unter­liegt.

Unter den Begriff der Soft­ware fal­len sowohl Betriebs- als auch Anwen­der­soft­ware zur Daten­ein­gabe und -ver­ar­bei­tung, was u. a. auch eine ERP-Soft­ware oder sons­tige Anwen­dungs­soft­ware zur Unter­neh­mens­ver­wal­tung oder Pro­zess­steue­rung umfasst.

Anders als noch im Ent­wurfs­sch­rei­ben aus Januar 2021 wird in dem fina­len Sch­rei­ben nicht mehr aus­ge­führt, dass die Anschaf­fungs- bzw. Her­stel­lungs­kos­ten infolge der ein­jäh­ri­gen Nut­zungs­dauer im Jahr der Anschaf­fung bzw. Her­stel­lung voll­stän­dig abzu­sch­rei­ben wären. Da aber eine Ver­tei­lung der Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten im Wege der Absch­rei­bung nur für Wirt­schafts­gü­ter mit einer Nut­zungs­dauer von über einem Jahr vor­zu­neh­men ist, könnte es hier den­noch zu einem Sofort­ab­zug der Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten kom­men (vgl. H 7.4 "Nut­zungs­dauer" EStH sowie z. B. Schnit­ter in Frot­scher/Geurts, EStG, § 7, Rz. 263).

Hin­weis: Das BMF-Sch­rei­ben ist erst­mals in Wirt­schafts­jah­ren anzu­wen­den, die nach dem 31.12.2020 enden. Rest­buch­werte früher ange­schaff­ter oder her­ge­s­tell­ter (digi­ta­ler) Wirt­schafts­gü­ter, bei denen bis­lang eine län­gere Nut­zungs­dauer berück­sich­tigt wurde, kön­nen in Gewin­ner­mitt­lun­gen nach dem 31.12.2020 voll­stän­dig abge­schrie­ben wer­den.

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