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Verpackungsgesetz verabschiedet

Der Bun­des­rat hat am 28.05.2021 der vom Bun­des­tag be­schlos­se­nen No­velle des Ver­pa­ckungs­ge­set­zes seine Zu­stim­mung er­teilt. Da­mit wer­den zwei EU-Richt­li­nien in deut­sches Recht um­ge­setzt. Der Voll­zug des seit 2019 gel­ten­den deut­schen Ver­pa­ckungs­ge­set­zes soll sich in der Pra­xis ver­bes­sern. Die No­velle soll auf­grund EU-recht­li­cher Vor­ga­ben in wei­ten Tei­len be­reits am 03.07.2021 in Kraft tre­ten, al­ler­dings for­dert der Bun­des­rat als­bald um­fas­sende Nach­bes­se­run­gen, da seine fach­li­chen An­re­gun­gen nicht auf­ge­nom­men wur­den.

Die Ge­trennt­samm­lung be­stimm­ter Ver­pa­ckungs­ab­fall­ströme soll er­wei­tert wer­den, um das Re­cy­cling zu ver­bes­sern und um das acht­lose Weg­wer­fen von Plas­ti­kab­fall, sog. Lit­te­ring, zu ver­mei­den. Das Ge­setz schreibt für be­stimmte Ver­pa­ckun­gen einen ver­pflich­ten­den Min­dest-Re­zy­kla­tan­teil vor und wei­tet die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten ge­genüber den Ver­brau­chern aus - etwa über die Möglich­kei­ten kos­ten­lo­ser Rück­gabe. Her­stel­lern wer­den wei­tere Pflich­ten auf­er­legt - u. a. im Ver­sand­han­del mit ausländi­schen An­bie­tern.

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Ab 2022 ent­fal­len fast alle bis­her gel­ten­den Aus­nah­men von der Pfand­pflicht für Ein­weg­getränke­fla­schen und -do­sen. Für Milch und Milch­er­zeug­nisse gilt die Pfand­pflicht al­ler­dings erst ab 2024.

Gas­tro­no­men und Ein­zelhänd­ler müssen künf­tig beim Ver­kauf von Le­bens­mit­teln und Getränken zum So­fort­ver­zehr auch Mehr­we­gal­ter­na­ti­ven statt der bis­her übli­chen Ein­weg­kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen an­bie­ten. Ab 2025 ist für die Her­stel­lung von PET-Fla­schen ein Min­dest­an­teil an re­cy­cel­tem Kunst­stoff vor­ge­schrie­ben.

Hin­weis: Der Bun­des­rat hat das Ge­setz nur ge­bil­ligt, um die frist­ge­rechte Um­set­zung der EU-Vor­ga­ben nicht auf­zu­hal­ten. In der Sa­che hält er die No­velle je­doch für un­zu­rei­chend und teil­weise nicht voll­zugs­taug­lich und for­dert eine als­bal­dige Nach­bes­se­rung, da die meis­ten sei­ner fach­li­chen An­re­gun­gen nicht berück­sich­tigt wur­den. Dies müsse zeit­nah bei der nächs­ten No­velle nach­ge­holt wer­den.

Ge­ne­rell sollte die Bun­des­re­gie­rung frist­ge­bun­dene Vor­ha­ben zur Um­set­zung von EU-Recht frühzei­ti­ger auf den Weg brin­gen, um eine um­fas­sende Be­tei­li­gung der Länder si­cher­zu­stel­len, for­dert der Bun­des­rat.

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